Max Musterdieb
Max Musterdieb

berlin-wool-work

Berlin Work oder berlin wool work ist eine Stickmustermode und ein Wirtschaftszweig der in dieser Stadt Anfang bis Mitte des 19.Jahrhunderts enorme Blüten trieb.  Berlin wool work ist in Berlin selber etwas in Vergessenheit geraten, in Großbritannien und den USA umso bekannter. Meine Spurensuche gleicht einer Weltreise. Von 1804 bis 1850 sollen 14.000 Stickmustervorlagen produziert und vor allem auch exportiert worden sein. Die Vorlagen wurden oft zusammen mit der passenden Wolle verkauft. Ab ca.1820 erlaubten neue synthetische Färbemethoden, nämlich die Anilinfarben eine kräftigere Farbgebung.

 

Bei der antiquepatternlibrary finden sich einige dieser Blätter.

Vom "Akademischen Künstler" A.Philipson sind die ältesten bekannten Vorlagen, und er hat auch mehrere Bücher verfaßt, wie z.B.:"Berliner Lieblings-Beschäftigung für Damen nach colerirten Musterzeichnungen zum Stricken, Häckeln, Tapizerie- und Perlstickerey. Gez. u. gest. von A. Philipson. Erstes Geschenk.", veröffentlicht 1809."

Andere Künstler- und Verlegernamen sind L.W. Wittich, A. Todt, C. Schauer, Z.A. Grünthal, T.P. Devrient, A. Nicolai, Seiffert & Co,  Glüer Ludwig, Königl. Hofmustermaler, Carl F.W. Wicht, G.E. Falbe, M. Levy, Heinrich Kühn, Hertz und Wegener oder Rudolph Grafshoff. In der rosafarbenen Spalte rechts hat jeder mir bekannte einen link zu einer eigenen Seite.

Zwei Philipson-Stickmusterblätter, nämlich das Freundschaftsdenkmal und eine Blumenborte fand ich bei annatextiles.ch und dieser link führte mich dann zum Historischen Museum Basel, das unter anderem eine Wittich-Vorlage von der Quadriga auf dem Brandenburger Tor im Bestand hat.

Max Musterdieb hat auf Pinterest eine Berlin Wool Work-Pinnwand angelegt:

Das "geschichtlich-statistisch-topographische Taschenbuch von Berlin 1830" kann noch mit 3 Adressen aufwarten:

Stichwort "Waarenanzeiger Tapisseriemuster: Devrient Wallstr.23, Philipson Jägerstr.42, Wittich Französische Str. 43"

Im Adreßbuch der Kaufleute und Fabrikanten von ganz Deutschland, Nürnberg 1833 (wer hat das eigentlich alles aufgeschrieben?) stehen bei Kunsthandlungen in Berlin - Preussen:

Devrient (T.P.) - Gropius Gebrüder - Jacobi (L.D.) - Kirchmeyer (M.) - Grünthal (Z.A.) - Korthmann (E.). - Kuhr (Julius) - Levy (M.) - Müller (G.E.) - Philipsons Wittwe - Pollowy - Schenk et Gerstäcker - Schropp (Simon) et Comp. - Weiss (Bapt.). - Wittich (L.W).

Im Jahr 1836 finde ich 19 Tapisserie- und Stickmusterhandlungen:

 

Darunter auch diese:

Bergemann, Dresdener Str. 25

Däge, E. Jerusalemer Str. 17

Devrient, Wallstr. 18

Geissler, Dlle, Neue Roßstr. 13

Gerhard, geb. Aron, Französische Str. 22

Gillet, Mohrenstr. 48

Grünthal, Unter den Linden 46

Haseloff, E. F. Mohrenstr. 39 und Hausvogteiplatz 9a Cp.

Hertz und Wegener, Breite Str. 5

Kiede de la Garde, Brüderstr. 20, s.Ww. Wöllmer an der Schleuse 14

Meyer, Jerusalemer Str. 38

Nicolai, E. A., Breite Str. 8 Cp.

Rehwoldt, F., Mohrenstr. 35

Schlossplatz Berlin 1848 Neptunbrunnen Schlossplatz mit Neptunbrunnen

Schlossplatz 1, Breite Str. und die Brüderstr. waren "gute Adressen" für Geschäfte. Hier fand man Hertz & Wegener, Grünthal, Seiffert & Co., Todt, Ludewig, Nippe, Trübe und Westphal.

In J. W. Boikes Allgemeinem Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen auf das Jahr 1842 aus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin werden folgende Stickmuster-Verlagshandlungen aufgeführt:

 

Devrient'sche Mohrenstr.50, s. J.L.P. Trübe

Falbe, G. E., Kaiserstr. 42

Gabbe, Niederwallstr. 31

Grünthal, Z. A., Brüderstr. 11

Hertz u. Wegner, Mohrenstr. 18

Kammer, Taubenstr. 46

Levy, Ww., N. Friedrichstr. 57

Lusch, Wallstr. 1

Neie, Neue Roßstr. 16

Pohl u. Comp., Charlottenstr. 44

Schall, Köpnicker Str. 99

Schauer, Fischerbrücke 51

Seiffert u. Comp., Breite Str. 8

Todt, Breite Str. 24

Wicht, Grünstr. 3

Wittich, L. W., Französischestr. 43

 

Unter "Tapisseriewarenhandlungen" werden folgende erwähnt:

 

Baudoin, Rosenthaler Str. 39

Falbe, G. E., Kaiserstr. 42

Franke, C. und Comp., Jerusalemerstr. 19

Gillet, Mohrenstr. 47

Götte, E., Schlossplatz 1

Haseloff, Hofliefer., E. F. Mohrenstr. 39

Hertz u. Wegener, Mohrenstr. 18

Hoch u. Sommerfeld, Heiligegeiststr. 23

Kerkow, H., Königsstr. 23

König, C. A., Hoflieferant, Jägerstr. 23

Krakau, W. und Sohn, Markgrafenstr. 62

Lehmus und Müller, Kurstr. 45 46

Levy, Ww., N. Friedrichstr. 57

Ludewig, F., Breite Str. 5, vorm. Hertz und Wegener

Lusch, L., Leipziger Str. 51

Neie, F. W., Friedrichstr. 88

Nippe, G., Schloßplatz 1

Parey, C.F.W., Leipziger Str. 39

Rehwoldt, F., Mohrenstr. 35

Schindowsky, Friedrichstr. 67

Seiffert u. Comp., Breite Str. 8

Steidelmüller, Neue Roßstr. 2

Trübe, Ww., Breite Str. 15

Westphal, Breite Str. 27

Winckler, H., Gertraudtenstr. 21

Wittich, Französischestr. 43

Bis zum Jahr 1887 muss ein Konzentrationsprozess stattgefunden haben, denn nun produzieren 9 Stickmusterfabrikanten.

 

Börner, Ritterstr. 45

Edhardt, Ringstr. 8

Glüer, Friedrichsgracht 52

Grafshoff, vorm. Grünthal, Alexandrinenstr. 44

Hertz und Wegener, Stralauer Str. 89

Knechtel, Krausenstr. 88

Kuehn, Spittelmarkt 7

Lohfeuer J. vorm. J.G. Koch, Friedrichstr. 25

Wiebe, Ww, Dessauer Str. 7

In England erfreuten sich Original-berlin-wool-work-Vorlagen hoher Beliebtheit.

Einer der größten Importeure war Wilks´s  Cotton Warehouse in der Regent Street 186, London.

Auf einigen Blättern habe ich auch den Stempel von Wilks-Regent Street entdeckt.

Der folgende Link führt zu einem Zeitungsinserat:

Ein weiterer Importeur war Ackerman, der auch "Ackerman´s Repository" herausgab.

Der folgende gelinkte Artikel von Uta-Christiane Bergemann steht im Jahrbuch der Berliner Museen, Bd.44 von 2002. Man muss sich beim jstor registrieren, dafür kann man dann einen sehr fundierten Beitrag lesen mit Bildern einer typischen Berliner Tapisserie-Handlung: B.Sommerfeld in der Leipziger Str.42, gestickten Ansichten der Communs in Potsdam sowie verschiedener Interieurs in Berliner und Potsdamer Schlössern. Ein schönes Beispiel ist die Wohnzimmereinrichtung des Schlosses Charlottenhof im Park von Sanssoucis mit einer dazugehörigen Vorlage von L.W. Wittich.

Ich habe etwas Geld investiert und das Buch "Stickereien", Akademie Verlag, Berlin 2000, von Uta-Christiane Bergemann gekauft. Die letzten beiden Tage bin ich darin versunken. 

Das Berliner Stadtmuseum besitzt einen sehr großen Bestand an kolorierten Mustervorlagen.

"Die umfangreichste Sammlung von Stickmustervorlagen besitzen die Stiftung Stadtmuseum Berlin und die Kunstbibliothek, SMBPK, daneben das Museum Europäischer Kulturen, SPSG" (U.C. Bergemann, Stickereien, S.120). Von einem 1.500 Blätter-"Konvolut" des Unternehmens "Knechtel" ist die Rede. Und Herrn Glüer, den kgl. Hofsticker muss ich auch einmal genauer beleuchten.

2015: Bei der "Embroiderers' Guild of 
Western Australia"befindet sich ein Blatt von "Weise & Lohfeuer". Von ihnen hatte ich bis dato noch nichts gesehen bzw. gehört.

Lohfeuer J. vorm. J.G. Koch wird im Wohnungsanzeiger von 1887 mit der Adresse Friedrichstr. 25 erwähnt.

Noch eine Entdeckung 2015: C.Meder Berlin, via Pinterest von ...

Die dort angebotenen Blätter kosten zwischen 9.500 und 14.000 Yen.14.000 Yen entsprechen 103€!

Von Japan fliegen wir in das Tepapa-Museum nach Neuseeland .

Hier kann man Vorlagen von L.W. Wittich, Seiffert & Co, Hertz und Wegener, A.Todt, Z.A. Grünthal, T.P. Devrient, A. Nicolai sowie den einzigen C.Schauer,den ich kenne entdecken.

Bei L.W. Wittich steht die Adresse Französische St No 43 oder Behrenstraße 53, auch bei A. Nicolai fand sich eine Adresse: Berlin, Breitestraße No 8.

Seiffert & Co scheint A. Nicolai übernommen zu haben, am unteren Rand des Musterblattes ist "Seiffert & Co vorm A. Nicolai in Berlin" vermerkt.

Eine Neuentdeckung über pinterest: 31 "Broderimonster" aus dem norwegischen digitaltmuseum, der reale Standort der Sammlung liegt bei Kaupanger, einem kleinen Nest in Norwegen.

Pinterest hat mich auch in das Textilmuseum von Canada geführt:

Yelena Berenshteyn hat auf Pinterest eine tolle berlin wool work-Seite!

Warum immer durchs Glasfaserkabel um die halbe Welt? Manchmal reichen auch 4 Stationen mit der S-Bahn:

In der Ornamentstichsammlung der Kunstbibliothek lagern mindestens 57 Berlin Wool Work - Blätter. Es sind sehr schöne Motive von T.P.Devrient, M.Levy, C.G.Lüderitz, G. Eduard Müller sowie A. Philipson. Leider ist die Auflösung sehr klein. Hier liegt auch eines meiner Lieblingsblätter, die Darstellung der verschiedenen Figuren der "Commedia del Arte".

Ein kurzer Ausflug nach London.

Im Viktoria & Albert Museum befinden sich einige noch erhaltene Blätter, hauptsächlich von Hertz & Wegener und zwei Blätter von A. Todt.

Eine niederländische Quelle: Das Regionalarchiv Rivierenland ist eine Goldgrube und das Zauberwort ist "borduurpatronen"!

Raffaella Serena ist auch eine feine Quelle mit eigener homepage:

plays-with-needles hat eine charmante homepage mit Blättern aus Winterthur:

Roland-designs verkauft selber einzelne aufbereitete Blätter

Unter anderem Blumen von K.A. Grünthal, Kronen von A. Todt und eine Blumenborte von M. Levy, Berlin.

Ein blog auf tumblr: http://berlinwoolwork.tumblr.com/,

der einen in das Tunbridge Wellsmuseum führt, dort werden Holzfurnierarbeiten, die sogenannte Tunbridgeware ausgestellt. Die Handwerker benutzten dazu berlinwoolwork-Blätter als Vorlage.

Die gezeigten Blätter sind von Knechtel & Co in Berlin, Grünthal Verlag in Berlin und Heinrich Kuehn in Berlin.

Victorian Embroidery: An Authoritative Guide Barbara J. Morris Courier Dover Publications, 03.02.2003 - 238 Seiten

Auf Seite 57, 81 und 82 findet ihr Fotos von großformatigeren Carl F.W. Wicht sowie L.W. Wittich Stickmustern.

Es ist eine Quelle, aus der offensichtlich viele Leute zitiert haben, das 1.Kapitel behandelt Berlin wool work, das hier auch als 1.Phase der "Victorian Embroidery" gesehen wird.

Eine genaue Anleitung  mit welchen Stichen man bei berlin wool work arbeitet und genaue Zeichnungen zu den einzelnen Sticharten findet man auch in "Beeton's Book of Needlework", das es sowohl in der antiquepatternlibrary.org, als auch beim Project Gutenberg zum kostenlosen download gibt.

Die "BERLIN WORK INSTRUCTIONS" von Mrs. Beeton sind im letzten Teil des 1.pdf-Dokuments. Der nachfolgende link führt direkt zum download - VORSICHT! - Ein 419seitiges pdf-Dokument startet sofort!

 

Mrs. Beeton verwendet folgende Sticharten:

Common cross stitch (Kreuzstich)

Damask stitch

Leviathan stitch (Sternstich)

Leviathan double stitch

Long cross stitch

Plaited stitch

Plush stitch

Raised or velvet stitch

Rep stitch

Slanting cross stitch

Slanting Gobelin stitch

Straight Gobelin stitch

Tent stitch oder Continental stitch (Perlstich oder petit point, das ist ein halber Kreuzstich über ein Fadenkreuz)

Die gebräuchlichsten Stiche für berlin wool work sind der Kreuzstich und der Perlstich, der auch petit point genannt wird.

Und nun zum verwendeten Material:

 

Berlin wool work Stickereien wurden mit "Berlin wool" gearbeitet, die als besonders qualitätvoll galt. Sie wurde mit den Vorlagen zusammen exportiert und kam aus der Gegend um Gotha in Sachsen.

Nach U.-C. Bergemann stammte diese Wolle von spanischen Merinoschafen, die ab 1850 nach Brandenburg und Sachsen importiert worden waren. Mit deren Wolle wurde die sogenannte "Berliner Zephyrwolle" gesponnen. Unter Zephyrwolle versteht man allgemein Wolle, bei der 4 einzelne Fäden verarbeitet werden.

Auch beim Stickgrund gab es wesentliche Neuerungen. Es wurde auf Canavas bzw. Stramin gestickt, dadurch konnte man die Stiche besser abzählen und mußte die einzelnen Motive nicht selber mit einer guten Portion kompositorischen Talents anordnen.

Im 19. Jahrhundert wurden sehr viele synthetische Farbstoffe entdeckt, mit denen viel kräftigere Farbtöne produziert werden konnten, allen voran die Anilin-Farbstoffe. Das schlug sich natürlich auch in den sehr farbenfrohen Stickvorlagen nieder. Wer sich für Farbstoffe interessiert wird auf jeden Fall hier fündig: http://de.wikipedia.org/wiki/Farbstoff. Da einige alte Anilin-Farbstoffe wie "Schweinfurter Grün" ziemlich giftig sind werde ich von eigenen Experimenten mal lieber absehen.

Innenansicht des Kristallpalastes 1851 Innenansicht des Kristallpalastes 1851 - Quelle: Wikipedia

Die Weltausstellung 1851 im Kristallpalast in London.

 

Es existiert ein Verzeichnis wer mit welchen Erzeugnissen dort vertreten war:

 

"Amtliches Verzeichniß der aus dem Deutschen Zollverein + Norddeutschland zur Industrie-Ausstellung aller Völker in London eingesandten Gegenstände"

 

Dieses pdf-Dokument hat 422 Seiten, der download braucht viel Zeit!

 

Für berlin wool work sind ab Seite 19 des pdf-Dokuments folgende Nummern interessant:

19, 21,23,48,59,69,71,86,108

19. C.A. König, Tapisserie-Waaren-Fabrikant u. Hof-Liefer. Ihrer Majestät der Königin von Preussen, Jägerstr.23. Klasse XIX. (Die Wollen sind in Gotha u. Langensalza gesponnen, in Berlin gefärbt.)

Ein großer Teppich in Kreuzstichstickerei, coul. Wollen und Seiden ausgeführt, nach eigens für die Ausstellung angefertigten und darauf bezüglichen Original-Carreaux-Zeichnungen. 500,-

Ein Bettschirm, aus 3 Flügeln bestehend, nach Originalzeichnungen, in Kreuzstich, Wolle und Seide ausgeführt und mit Palisander-Holz-Einfassung fertig garnirt. 235,-

Eine Kaminstickerei auf seidenem Canevas. Cacadu auf Blumen in Plüschstickerei, nach der Natur geschoren. 36,-

2 Stickereien extra-fein petit point in Seide, unter Glas und Rahmen, das Stück 16,15

Eine Wiegendecke, Filetarbeit in Seide. 40,-

21. Seiffert u. Co., Stickmusterverleger, Brüderstr. 15. Klasse XIX.

Ein Musterblatt zum Sticken, ausgestellt wegen Schönheit der Zeichnung, sowie wegen neuer und sorgfältiger Ausführung, in braunem Holzrahmen. 24,-

Über Artikel dieses Hauses giebt Auskunft: Herrmann Kayser, London, Aldermansbury Nr. 35.

23. Louis Glüer, Kgl. Hof-Mustermaler, Stickmusterverleger und akadem. Künstler, Krausenstr. 39. Klasse XIX.

Drei Stickmuster: Die Abnahme vom Kreuz, nach Rubens 24,-. George Washington 14,-. Albert, Prinz von Wales 14,-.

Hier habe ich als Beispiel aus einer ebay-Auktion einen gestickten George Washington, das muss aber nicht der oben genannten Vorlage entsprechen...

48. Wilh. Grüne jun., Chemiker u. Leiter eines chem. Laborator. f. Färberei u. Druckerei, Köpenickerstr. 18. 20. Klasse XVIII. 6 Flaschen mit vom Aussteller neu erfundenen Kompositionen zum Färben von Wolle - in Flocken, Garn oder Geweben - in einem Bade und in e i n e r Operation ohne vorheriges Ansieden oder Anbeizen. - Diese Erfindung ist verkäuflich.

Eine Musterkarte mit hiervon gefärbten Wollengarnen in Ponceau, Karmoisin, Rosa, Gelb, Grün, Violett, Braun, Schwarz und anderen Farben.

59. W. Neie, Stickmuster-Verleger, Kurstr. 28. Klasse XVII.

Zwei Stickmuster zu Kaminschirmen, das eine mit orientalischer Landschaft, mit einer von Blumen durchwundenen Einfassung; das andere mit hingestreueten Blumen, auf einer mit einer Matte bedeckten Marmorplatte, beide von Barockrahmen eingefaßt; freie Komposition und neu, verkäuflich für 40,-

69. A. Todt, Stickmusterfabrikant, Breite Str. 17. Klasse XVII.

7 Stickmusterblätter: ein Hund, eine Katze, 2 Blumenborten, Figurenstücke und 2 Arabesken.

71. Grünthal, Stickmuster-Verleger, Dorotheenstr. 12. Klasse XVII.

14 Stickmusterblätter: Mohren-Wäsche; die Verbergung der schottischen Krone in der Kirche zu Kinneff im Jahre 1651; Lady Jane Gray's Widerstreben, die engl. Krone anzunehmen; Gen. Washington; David nimmt Saul's Spieß und Wasserbecher; Teppichmuster mit Medaillons; die Chorknaben; die Flucht nach Egypten; Madonna mit dem Kinde; ein spielender Knabe; eine Eckbordüre; ein Plein von Baum und Blumen; Stuhlsitz; Stuhllehne.

86. P. Trübe (Gebrüder Rudloff), Muster-Verleger, Wallstr. 12. Klasse XVII.

Drei colorirte Stickmuster (Figurenstücke):

1. Kardinal Ximenes, 18,-

2. Laban und Jacob, 10,-

3. Hagar in der Wüste, 3,15

108. B. Sommerfeld, Tapisserie-Fabrikant, Heil. Geiststraße 22.23. Klasse XIX. Agent: Carl Schwebemeyer in London.

Eine fein gestickte Altar-Decke, das Stück 250,-

Schottische Landschaft, in Wolle gestickt 55,-

Moses in Midian 42,-

...

2 Stück petit point Stickereien, d. Stück 2,10

...

Bei den Blättern der "Heinrich Kuehn Vereinigte Stick & Haekelmuster-Verläge" sind Bilder der Medaillen folgender Ausstellungen aufgedruckt:

 

Wien 1873:

 

London 1851: (siehe oben)

 

London 1862:

 

Philadelphia 1876:

 

Sydney 1879:

Neben den Weltausstellungen gab es auch noch die Berliner Gewerbe-Ausstellungen. Hier konnte Heinrich Kuehn 1844 und 1879 Preise sammeln.

Auf der Suche nach Wollspinnerei in Sachsen/Gotha:

 

Ein Bericht aus der Zeitschrift "Die Gartenlaube" über die Thüringische Gewerbeausstellung auf Schloss Friedenstein in Gotha 1853:

 

"Die Gespinnste werden von den gewöhnlichen Besuchern der Ausstellungen in der Regel übersehen. Sie sehen auch gar so unscheinbar aus in ihren graupapiernen Bündeln, aus denen sie mit den Köpfen wiederwillig hervorgucken, als ob sie wüßten, daß man sie nicht beachte. Und doch verdient kein Fabrikat bezüglich seiner gewerblichen Bedeutung und der Schwierigkeiten seiner Herstellung wegen eine höhere Beachtung als das Garn neben dem Eisen. Denn Eisen und Garn sind jene großen Manufakturartikel, oder wie man sich auszudrücken pflegt, das „Brod der Industrie,“... Thüringen ist berühmt wegen seines Kammgarns, dessen Spinnerei zuerst dort eingeführt wurde. Aus jenem Garne werden die herrlichen, farbenreichen deutschen Kammgarngewebe gefertigt in Gera, Greiz, Schmölln, Meuselwitz und mehreren Orten des Königreichs Sachsen, welche man mit französischen Namen zu belegen die – Bescheidenheit hat, wie z. B. Atlas de Laine, Satin broché, Satin moiré en soie, Islymode, Satin italien, quarré, rayé, rayé Jaconné, Thibet, Cachemir, Bêge croisé, Coràme, Robes à Bayadère, Shawls façonnés, Mousselin, Armures etc. Mit allen diesen ächt deutschen Kammgarngeweben waren die Wände der dritten Gallerie in Gotha glänzend behängt."

 

Namen von Manufakturen konnte ich nicht herausfinden , allerdings weiß ich jetzt wieder was "Deutsche Kleinstaaterei" ist!

Sachsen/Gotha ist auf der folgenden Karte der obere hellgrüne Fleck. Das Gebiet ist ca. 40km breit!

aktuell:

Historische Strick- und Stickmuster

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