Max Musterdieb
Max Musterdieb

Max Strickmuster 2014/3

Herbst 2014

 

The Priscilla Publishing Co. - Cross stitch aus dem Internet Archive - Sprache der Blumen - Emilie Berrin - englischsprachige Needleworkbücher - Sammlung Maciet - Christoph Weigel junior

 Zu den Heften der Priscilla Publishing Co. habe ich noch eine Seite angelegt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The American Needle Woman:

Es lohnt sich auch der Blick in das Needlecraft Magazine (Quelle: antiquepatternlibrary):  

Der Catwalk 1928:

Und das Folgende erhält man, wenn man im Internet Archive bei der Suche "cross stitch" eingibt:

Sag' es durch die Blume

 

Eines der am meisten verbreiteten Motive, vor allem bei berlin wool work und beim Sticken sind Blumen. Und Blume ist nicht gleich Blume, sie sind aufgeladen mit Bedeutungen und Botschaften. Je nachdem in welchem Kulturkreis man sich bewegt, ob z.B. im asiatischen, im europäischen oder im Orient können diese sehr unterschiedlich ausfallen. Die griechischen Sagen und die christliche Religion können zu den verschiedenen Arten und Farben viele Geschichten erzählen - die Sprache der Blumen eben.

 

Folgender link führt zur Blumensprache im 18. und 19. Jahrhundert:

Und hier noch eines der zahlreich erschienenen Hefte zu diesem Thema:

Ich habe einige Blumenbilder mit Interpretation auf pinterest gesammelt:

Lady Mary Montagus stark romantisierende Briefe aus dem Orient ist eine der bekanntesten Quellen zum "Selam des Orients", d.h. zur Sprache der Blumen in den Serails, die die Frauen in ihren Liebesbriefen zu Verabredungen nutzten.

Ich zitiere aus einem ihrer Briefe an Lady Rich, den sie am 16.März 1718 in Pera bei Konstantinopel verfaßte:

"Ich habe ihrem Wunsch gemäß, einen türkischen Liebesbrief für sie erhalten und ihn in einer kleinen Schachtel dem Schiffer des Smyrnafahrers übergeben, mit dem Befehl, sie bei ihnen selbst abzuliefern. Hier ist die wörtliche Übersetzung: das erste Stück, das sie aus dem Beutel ziehen sollen, ist eine kleine Perle, die auf türkisch Iingi heißt, und so muß das Ganze verstanden werden:

Perle: Holdeste der Jungfrauen

Nelke: Du bist schlank wie diese Nelke! Du bist eine noch nicht aufgeblühte Rose! Ich habe dich lange geliebt, und du hast es nicht gewußt!

Jonquille: Hab' Mitleid mit meiner Liebe!

Papier: Ich werde jede Stunde schwächer!

Seife: Ich bin krank vor Liebe!

Kohle: Möge ich sterben und alle meine Jahre Dein sein!

Rose: Mögest du vergnügt und dein Kummer mein sein!

Strohhalm: Vergönne mir, Dein Sklave zu sein!

Tuch: Dein Wert ist nicht zu ermessen!

Zimt: Aber mein Reichtum ist Dein!

Schwefelfaden: Ich brenne, ich brenne! Meine Flamme verzehrt mich!

Goldfaden: Ich sterbe! Komm' geschwind!

 

Und als Nachschrift

Pfeffer: Sende mir eine Antwort!

 

Quelle: Lady Mary Montagu, Briefe aus dem Orient, Steingrüben Verlag Stuttgart, 1962, S.183f.

Themawechsel: Ich habe noch einige Handarbeitsbücher aus dem internet geladen.

 

Die drei  nächsten stammen von Emilie Berrin "Essai d'application de la peinture à l'art de tricoter" ,"Neue Muster zum Stricken, Sticken und Weben oder Versuch Mahlerei mit Strickkunst zu verbinden" und "Recueil de patrons de tricotage et de broderie".

Und hier noch eine weitere Veröffentlichung von Emilie Berrin bzw. Ingenieur Boreur: "Galante Hieroglyphen: ein Secretair der Liebe mit Guirlanden, Festons, Blumen und andern Verzierungen, die zur Stickerei wie auch zur Porzelainmahlerei dienen, um seinen Freunden seine Empfindungen, Wünsche und Liebe, durch Figuren zu erklären" mit 12 Kupfertafeln, die man sich mit dem DFG-Viewer ansehen kann.

Die "Galanten Hieroglyphen" sind eine Art Bilderrätsel, die laut Berrin zu jener Zeit in Frankreich für Verabredungen und Liebeserklärungen sehr à la mode waren.

"Die sechs und achtzig Hieroglyphen dieses Heftes, sind dazu bestimmt von Herren den Damen vorgelegt zu werden. Sie enthalten unter andern  Artigkeiten, Liebeserklärungen, Heiraths- und Freundschaftsanträge, Betheurungen der Beständigkeit und Treue. Zuletzt findet man noch eine Klage, eine Drohung und ein Lebewohl. Diese Hieroglyphen können in kleine Zettel zerschnitten und einzeln verteilt werden. Man kann sie in Zuckerplätzchen und Bonbons anbringen. Auch lassen sie sich als Spiel gebrauchen, wo Jeder sein Loos zieht, und es dann zu enträthseln sucht..." (Berrin, S.4)

Als Beispiel sieht man hier die Planche (Kupferplatte) No.8 und darunter die Seite mit den Erklärungen:

Boreur, Ingenieur ist ein Pseudonym. Berrin hatte zuvor in Frankreich gelebt und zog wegen der Verhältnisse während der Französischen Revolution mit ihrem Mann Anton Berrin, Mitglied der Malerakademie in Paris, 1798 nach Leipzig. Dort war sie als Stoffhändlerin und Schriftstellerin tätig. Sie schrieb  für mehrere Zeitschriften und war Initiatorin des "Magazin des neuesten Geschmacks in Kunst und Mode", das von Baumgärtner ab 1799, nach dem Vorbild des Weimarer "Journal des Luxus und der Moden"  in Leipzig herausgegeben wurde. Ab 1801 nannte sich das Magazin "Charis" und ab 1802 "Leipziger Modemagazin".

(Quelle: Peter Ufer, Leipziger Presse 1789 bis 1815, Diss. 1995)

 

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Im folgenden Buchausschnitt sind 5 Abbildungen aus diversen Berrin-Veröffentlichungen.

Journal des Dames - Modes et Dessins de Broderie, 2de Année

Embroidery patterns aus dem Internet Archive:  1745?

Folio of Embroidery Design:

The Young Ladies Journal:

Album de Tapisserie - für Kinder:

The Mary Frances knitting and crocheting book

A treatise on embroidery, crochet and knitting

My knitting book

Manuel de dessins pour crochet

Old and new designs in crochet work

Knitting, crochet, and netting

The Art of Knitting

The ladies' hand book of fancy and ornamental work

Für Leute wie mich, die noch nicht sticken können ...  und außerdem noch genug Freizeit haben ...:

Samplers and Stitches von Mrs. Archibald Christie:

Embroidery sample book, Maison Sedille:

Patterns and designs

Embroidery Design Collection, Eliza Read:

Patterns for Needlework

Designs and Patterns for Needlework

The Ladies Album of Fancy Work

Sammlung maciet, musée des arts decoratifs, Paris Le musée des arts decoratifs, Quelle: Wikipedia

Ich habe mir die Sammlung Maciet aus dem "Musée des arts decoratifs" in Paris noch einmal näher angesehen und ein Buch zum Stricken entdeckt:

 

Des Neuen Strick-Büchlein Zweyter-Theil worinnen nicht nur viele neue Zwickel, sondern nebst den Alphabet und Zahlen, auch viele Zierathen befindlich, verlegts in Nürnberg. Christoph Weigel, Junior.

 

(Image: M5053MA_287X14X00047_L)

 

Die Sammlung Maciet lädt leider sehr schwerfällig, dafür braucht man Geduld und 'ne Tasse Kaffee!

 

 

In der Ornamenstichsammlung Berlin ist diesesBuch im Katalog als Kriegsverlust mit insgesamt 3 Bänden vermerkt. Herausgegeben wurde es 1784 und als zweiter Verleger wird Adam Gottlieb Schneider genannt.

Auf der Suche nach Christoph Weigel bzw. Christoph Weigel junior  im Internet Archive  kam mir diese bunte Sammlung in die Hände - der Hauptteil stammt von Margaretha Helmin:

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Dieses Buch von Amalia Beer, geb. Pachelbel verlegte Chr. Weigel junior ca. 1720:

 

"Wol-anständige und Nutz-bringende FrauenZimmer-Ergözung: in sich enthaltend Ein Nach der allerneuesten Façon eingerichtete Neh- und Stick-Buch, von Amalia Beer geb. Pachelbel, Nürnberg ca. 1720."

aktuell:

Historische Strick- und Stickmuster

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