Max Musterdieb
Max Musterdieb

Max Strickmuster 2016/2

2016/2

 

"Die Dame"

Thüringer Stickmuster

"L'Art dans la Lingerie"

Bibliothèque Mazarine

Biblioteca Marciana Venedig/Valvassori, Giovanni Andrea, gen. Guadagnino

"Flowers of the Needle"

Frieda Lipperheide, Häkel- und Strickmuster

In einem Buch mit Fotografien Berliner Interieurs von Waldemar Titzenthaler, die alle in der Zeitschrift "Die Dame" erschienen stieß ich auf folgenden Hinweis:

 

"Die Zeitschrift "Die Dame"

 

1911 übernahm der Ullstein-Verlag vom Münchener Verlag Bruckmann zwei Frauenzeitschriften: "Die Modenwelt" und die "Illustrierte Frauen=Zeitung". Während "Die Modenwelt" mit dem Journal "Die Praktische Berlinerin" fusionierte, entwarf man aus der zweiten eine auf exklusive Käuferinnen und Käufer der gehobenen Gesellschaft ausgerichtete Zeitschrift, die - als Äquivalent zu den Im Ausland existierenden Luxuszeitschriften wie "Tatler" in England und "Vogue" in Frankreich ... den vielsagenden Titel "Die Dame"   bekam ..."

Leider fand ich wenig Material über "Die Dame"und die Preise in den Antiquariaten sind ziemlich exklusiv. Das mag auch daran liegen, dass der Kunstsammler Herr Boros (Bunker Reinhardtstr., Berlin) in Zusammenarbeit mit dem Springer-Konzern im Laufe des Jahres 2017 eine Neuauflage dieses Blattes zu exklusiven 15,-€ herausgeben wird.

Ich mag keine Werbung für den Axel-Springer-Verlag machen, dennoch zur Info der Link:

Mittlerweile hat sich das Angebot in den Antiquariaten vergrössert, Originale aus dem Ullsteinverlag liegen bei 50€.. Originale aus der Nazizeit bei 10€, wobei letztere eher aus zeitgeschichtlicher Sicht interessant sind - Hitler in der Theaterloge, Emmy Göring etc..

Auf die Titelblätter wurde besonders viel Wert gelegt und diese wurden von bekannteren Illustratoren bzw. Malern gestaltet. Darunter befanden sich folgende:

Der Ullsteinverlag wurde übrigens 1934 "arisiert", 1937 in Deutscher Verlag umbenannt und dem Zentralverlag der NSDAP angegliedert.

 

Wer sich für die Geschichte der Frauenzeitschriften von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die 1950ger Jahre interessiert, dem sei folgender Artikel empfohlen.

Ein kleiner Ausflug nach Schmalkalden in das Renaissanceschloss Wilhelmsburg:

"Thüringer Stickmuster auf Schuhen, Hosenträgern und Beuteln" von Ingeburg Eberhard und Magdalena Bindmann.

 

Dieses Heftchen, das gerade einmal 10 x 15cm mißt, ist das dritte Heft einer Reihe, die sich mit traditionellen Thüringer Stickmustern befasst. Es wurde 1986 vom Bezirkskabinett für Kulturarbeit Suhl - Bezirksfolklorezentrum - in Leipzig herausgegeben. Es liegt auch ein hübscher Bogen mit Zählmustern bei.

In dieser Broschüre entdeckt man sogenannte "Kommödchen", das sind bequeme mit Perlen bestickte Schuhe, bestickte "Streifelmieder", mit Blumen bestickte Hosenträger, Kniebänder und verschiedene Taschenmodelle.

Beliebte Motive waren Rosen, Margeriten, Stiefmütterchen und Vergißmeinnicht. Kniebänder wurden auch gerne mit Edelsteinen besetzt, oder auch mit Goldgarn, Flitter und Perlen bestickt.

Bevorzugte Stiche waren der Kreuz- und der Gobelinstich.

Die abgebildeten Beispiele stammen aus dem Museum Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden, dem Heimatmuseum Dermbach und aus Privatbesitz.

 

Das ist der zweite Band aus dieser Serie. Er befasst sich mit der Freien Stickerei.

Dieses Heft wurde von Ingeburg Eberhard und Annemarie Rehfeld zusammengestellt.

Ein Blick auf die Rückseite des Heftchens.

Einige Arbeiten stammen aus Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, einige aus Schloss Elisabethenburg in Meiningen... 

...und einige aus dem Otto-Ludwig Museum in Schloss Eisfeld.

Das Stickmustertuch von 1822 auf der Rückseite des Heftchens liegt in diesem Museum.

Freie Stickerei bedeutet, dass der Untergrund keine abzählbaren Reihen hat und das Motiv mit Kupferschablonen oder anderen Methoden auf den Stoff gezeichnet wird.

Als Sticharten kann man den Stielstich, den Vorstich, den Sandstich, den Languettenstich, Spannstich und Flachstich verwenden.

Andere Techniken sind Applikationen, Bogenzacken an den Rändern des Stoffes, Aufnähen von einzelnen Perlen oder Perlenschnüren, sowie das Aufnähen von Flitter und Metallfäden wie Kantille und Japangold.

Hierbei spricht man auch von Spreng-, Anlege- und Kantillestickerei.

Eine weitere Technik war die Chenillestickerei, (Chenille: frz. Raupe).

Neben Rosen und Tulpen wurden gerne orientalische Ornamente, Granatäpfel und Nelken gewählt.

Stark symbolisch ausgerichtet sind Motive wie der Lebensbaum, die Weinranke, der Efeu und der Bischofsstab.

Genauere Erklärungen zu Grundbegriffen der Gold- und Silberstickerei fand ich bei www.marquise.de. Das ist eine umfangreiche und schöne website zur Kostümgeschichte.

Dort sind auch Bezugsquellen für Kantillen, Japangold etc. aufgelistet.

Kantillen laufen auch unter dem Namen Bouillondraht und sind in vielen Bastelgeschäften erhältlich.

Auf nachfolgender Website kann man Material zur Gold- und Silberstickerei bestellen. Ich habe jetzt das Starterkit "Sternenhimmel" für 12,95€ erstanden und näheres gibt's nach Lieferung.

Auf jeden Fall bekommt man einen guten Überblick über das benötigte Material und die Preise.

 

Der "Sternenhimmel" ist mittlerweile bei mir eingetroffen. Die Pailletten und Perlen sind kleiner und feiner als ich erwartet hatte. Das Foto gibt sie 1:1 wieder, dafür braucht man einen feinen Stoff als Untergrund und eine sehr feine Nähnadel.

Thérèse de Dillmont - Goldstickerei
Ein Kapitel aus der Encyclopaedie der Weiblichen Handarbeiten
DMC Goldstickerei.pdf
PDF-Dokument [2.1 MB]

Amalie von Saint George ist auch eine gute Quelle.

Band 1 dieser Serie über Thüringer Stickmuster habe ich nun auch aufgetrieben. Er enthält Kreuzstichmuster für Paradehandtücher, Stickmustertücher und Kanten an Streifelmiedern.

Paradehandtücher sind ähnlich den Paradekissen oder den Paradedecken reine Schmucktücher zur Dekoration der Wohnung.

Die hier gezeigten Beispiele wurden im Zeitraum von 1718 bis 1857 bestickt und stammen aus Nieder- bzw. Oberdorla,Großengottern, Tüngeda, Geraberg sowie Grabe.

Paradehandtücher aus Thüringen zeichnen sich durch ihr längliches Format aus.

Fast alle gezeigten Tücher stammen aus dem Volkskunde-Museum, Berlin(Ost).

Der nachfolgende Button führt zu einem Wikipedia-Artikel über die verschiedenen Standorte der Berliner Volkskunde-Sammlungen.

Als aktuellen Standort vermute ich das Museum Europäischer Kulturen in Dahlem.

"L'Art dans la Lingerie" gehört unter die Rubriken Sticken, sowie Alfabete

Dies ist eine Zusammenfassung der in der Bibliothèque Mazarine archivierten Werke alter Stickvorlagen (Patrons de Broderies) aus dem 16.Jahrhundert.

Der Reprint von 1872 hat ein gut recherchiertes Vorwort auf französisch mit Quellenangaben der Zeichnungen.

Die Bibliothèque Mazarine ist die älteste öffentliche Bibliothek Frankreichs.

Salle de lecture Bibliothèque Mazarine Angle.jpg
Von Remi Mathis & Marie-Lan Nguyen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10317135

Und nun auf italienisch eine Zusammenfassung der in der Biblioteca Marciana in Venedig gesammelten Werke des 16.Jahrhunderts, die sich mit der Spitzenherstellung und der Stickkunst befassten.

Es ist ein Faksimilie-Reprint aus dem Jahr 1878 eines Werkes von Valvassori, Giovanni Andrea, der von 1510 bis 1572 tätig war.

Der Faksimile-Reprint ist momentan im ZVAB -online-Antiquariat für 950.-€ zu erwerben und ich habe die Informationen zu diesem Werk vom Verkäufer kopiert.

 

"Valvassori, Giovanni Andrea, gen. Guadagnino.

Opera nova universal intitulata corona di racammi.

Venedig, (Ongania, 1878)., 1878

Anbieter Antiquariat INLIBRIS Gilhofer Nfg. GmbH, (Vienna, Österreich)
Anzahl: 1

40 Bll., jeweils mit ganzseitiger Heliotypie, am Titel verso gedrucktes Impressum. Pergamentband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen; die Deckel mit Goldprägung und Bordüren in roter und purpurner Farbe. Marmorvorsätze. Kopfgoldschnitt. Gr.-4to. Seltene Faksimileausgabe von Vavassores 1546 erschienenem Musterbuch, neu herausgegeben von F. Ongania (als Nr. 6 seiner Reihe "Raccolta di opere antiche sui disegni dei merletti di Venezia"). Nr. 80 von 100 numerierten Exemplaren. Nur 2 Exemplare in Italien über ICCU nachgewiesen; diese weisen lediglich einen Umfang von 36 Bll. (einschließlich Titel) auf. Unter den Vorlagen nicht nur Stickmuster, sondern auch Tierholzschnitte, Mauresken etc. Der venezianische Formschneider und Drucker Giovanni Andrea Valvassori (tätig 1510-72, vgl. Ascarelli-Menato, S. 363) legte erstmals 1530 sein Stickmusterbuch "Esemplario di lavori" vor, "das im Laufe von 22 Jahren mindestens 9 Auflagen erlebte" (Thieme/Becker XXXIV, 144). - Die Deckel minimal aufgeworfen; gutes, sauberes Exemplar. ICCU UBO\1285895 (nennt 36 Bll.); VEAE\011760 (nennt 26 Bll.). Vgl. Kat. der Ornamentstichslg. Berlin 1607-1608. Sander 6455. Artikel-Nr.: 34054."

Venice, Libreria Marciana.jpg
CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3512340

So kleidete sich eine junge, gut betuchte Dame um 1536. Das Gemälde stammt von Tizian.

Tizian 034

Die Wandbemalung von Veronese in der Villa Maser vermittelt auch einen guten Eindruck vom Auftritt einer reichen venezianischen Familie in der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Hartnäckiges Herumklicken, um noch mehr Informationen über Giovanni Andrea Valvassori zu entdecken brachten mich auf Kathryn Goodwyns homepage "Flowers of the needle". Sie hat gute nachbearbeitete pdfs zu diversen alten Modelbüchern erstellt.

Die unten stehenden buttons führen direkt zum pdf-download, welcher zum Teil etwas Zeit in Anspruch nimmt!

Giovanni Antonio Tagliente

 

Opera nuova che insegna alle donne a cusire, a racammare & a disegnar a ciascuno, et la ditta opera sara di molta utilita ad ogni artista, per esser il disegno ad ognuno necessario, la qual e intitolata esempio di recammi MDXXVII : [estampe] / intagliata per Piron da Carpe eccellente intagliore in Venetia

Domenico da Sera, Opera Noua, 1546

Dank eines neuen Kopierers habe ich dieses Heft nun endlich lesbar gescannt!

Der download dauert entsprechend lang...

Lipperheide Häkeln.pdf
PDF-Dokument [16.8 MB]

aktuell:

Historische Strick- und Stickmuster

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