Max Musterdieb
Max Musterdieb

Max Muster 2016/3

2016/3

 

2 berlin-wool-work Blätter mit Blumen und mit Schmetterlingen

"Himmlische Rosen ins irdische Leben"

Drei Juliane Pauker Strickmuster

htw-Stoffmusterbücher

Renaissancemuster von Helen Hough und Franciska Ruessink

Sabina B. Schürenberg, "Perle für Perle"

"Mode und Heim"

Danke für die hübschen Schmetterlinge!

 

 

Dies ist eine berlin-wool-work-Stickmustervorlage von Carl F.W. Wicht. Mehr über diesen Verleger habe ich hier.

Sind das nun Fantasieschmetterlinge, oder gibt es sie wirklich?

Der Nagelfleckschmetterling sieht so aus:

Nagelfleck (Aglia tau) ♂
Von Harald Süpfle - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der himmelblaue Bläuling hat keine gelben Punkte, aber ansonsten sieht er dem Falter in der Mitte schon sehr ähnlich...

Polyommatus bellargus male, Aveyron, France - Diliff.jpg
Von Diliff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Vielleicht hat der Stickmusterproduzent in ein Lehrbuch von 1865 geguckt...

... oder er hatte den Vorläufer des heutigen Naturkundemuseums besucht, in dem heute im nicht-öffentlichen Schmetterlingssaal 4 Mio.(!) Schmetterlinge lagern. Im letzten und vorletzten Jahrhundert war es modern diese Tiere zu sammeln.

Ein paar Worte zur Symbolik:

auf griechisch heißt "psyche" sowohl Seele als auch Schmetterling. Im christlichen Glauben stehen vor allem weiße Schmetterlinge für die Auferstehung; das hat seine Ursache vermutlich in der Metamorphose von der Raupe über die Verpuppung zum Schmetterling.

Heinrich Böll schrieb:

"Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird
wenn sie erst Schmetterlinge sind,
sie würden ganz anders leben:
froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller.
Der Tod ist nicht das Letzte.
Der Schmetterling ist das Symbol der Verwandlung,
Sinnbild der Auferstehung.
Das Leben endet nicht, es wird verändert.
Der Schmetterling erinnert uns daran,
dass wir auf dieser Welt nicht ganz zu Hause sind."

Diese flatterhaften Wesen sind ein äußerst beliebtes Motiv:

Die andere berlin-wool-work-Vorlage, die ich erworben habe stammt vom Verleger Z.A. Grünthal. Es ist das Blatt 986 und der Strauss auf der rechten Seite sieht nach Maiglöckchen aus.

Das Maiglöckchen gehört zu den Spargelgewächsen und wurde 2014 zur "Giftpflanze des Jahres" gewählt. Es enthält den gleichen Giftstoff wie der Fingerhut (digitalis) und kann in geringen Mengen Herzbeschwerden lindern, bei hohen Dosierungen wirkt es tödlich.

In der Blumensprache sagt das Maiglöckchen: Das Glück kehrt zurück.

Gerne wird ein Strauss auch am Muttertag verschenkt.

Convallaria-oliv-r2

Nachdem auf meinen berlin-wool-work-Seiten, insbesondere auf der Philipsonseite, die Links zum historischen Museum Basel nicht mehr funktionierten habe ich nach der dazugehörigen Museumsveröffentlichung gesucht und diese auch gefunden:

Im Jahr 2001 fand in Basel im Haus zum Kirschgarten die Ausstellung "Himmlische Rosen ins irdische Leben. Stickvorlagen des 19.Jahrhunderts" statt.

Würde der Frauen (Friedrich von Schiller)

Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand...     

Den Umschlag ziert eine Mustervorlage für eine Bügeltasche aus dem Verlagshaus L.W. Wittich. In einem geflochtenem Körbchen wurde ein bunter Blumen-strauss harmonisch arrangiert. Rosa und weiße Rosen, Levkojen, eine gelbe Tulpe, zwei Maiglöckchenstängel, Goldlack, Kornblume, Mohn und Primel samt passendem Blattwerk und zum Teil mit dazugehörigen Knospen decken die oberen 2/3 des Blattes ab.

Bei der Witterung habe ich kurz zu den Stricknadeln gegriffen.

 

Dieses Muster ist aus Juliane Pauckers Heftchen mit den 102 Mustertouren.

 

27. Die durchbrochene Zwetschgentour

 

Es ist ein sehr bekanntes Muster auch geläufig unter dem Namen Zwetschgenkern oder Zwetschgenmuster.

Durchbrochen heißt es vermutlich, weil die Zunahmen mit Umschlägen gearbeitet werden und an diesen Stellen kleine Löcher entstehen.

Dieses Muster ist auch aus Juliane Pauckers Heftchen mit den 102 Mustertouren.

 

 

 

 

 

 

 

 

28. Die kleine Freyschütztour

 

Sozusagen der kleine Bruder der Freyschütztour mit nur 4 kleinen Umschlaglöchern oberhalb des großen Loches und ohne "Krätel" (Fisch-grätmusterstreifen) nur mit einem einfachen Längsstreifen aus linken Maschen in senkrechter Richtung.

Dieses Muster ist auch aus Juliane Pauckers Heftchen mit den 102 Mustertouren.

 

29. Die schieflaufende Schlängeltour

Das Konvolut der Stoffmusterbücher an der htw, Berlin ist mittlerweile online.

Meine pinterest-Wand zeigt eine Auswahl. Mehr Informationen habe ich noch auf meiner Seite von 2013.

Der button weiter unten führt direkt zur Sammlung.

Ich Held in Sachen Medienkompetenz habe zum ersten Mal in meinen facebook-Briefkasten geschaut, da schlummert schon länger eine schöne Veröffentlichung zu Renaissancemustern von Helen Hough und Franciska Ruessink, vielen Dank!

Die beiden Autorinnen bitten für ihre Arbeit nur um eine Spende für einen gemeinnützigen Verein und haben noch weitere Veröffentlichungen in Aussicht gestellt.

Auf meiner Gästebuchseite habe ich einen sehr interessanten Buchtip bekommen:

Perle für Perle. Schwäbische Perlstrickerei 1810–1935, von Sabina B. Schürenberg.

Zuerst einmal vielen Dank! Auf amazon lese ich mich gerade durch das Vorwort und das Inhaltsverzeichniss. Ein wahres Schwergewicht, nicht nur wegen der 3.5 kg, 796 Seiten und 1560 Abbildungen sondern aufgrund der jahrelangen Forschungsarbeit, die dahintersteht.

Das Buch "Glasperlarbeiten Taschen und Beutel" wurde 1998 von Sabina Schürenberg veröffentlicht.

Die gezeigten Arbeiten stammen alle aus dem Raum Göppingen, in dem dieses Handwerk von 1810 bis 1935 eine Blütezeit erlebte und zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor heranwuchs.

Kennt ihr Göppingen? Ich bis dato nur vom Namen. Auf jeden Fall wollte der Landkreis Abhilfe schaffen und ließ 2014 den folgenden Imagefilm produzieren:

Auf der Suche nach der Zeitschrift "Die Dame" stosse ich auf alles mögliche, zum Beispiel "Mode und Heim", ein Handarbeitsblatt im "Briesethal-Boten". Diese Blätter sind von 1902. Die Gartenstadt Briesethal liegt nördlich von Berlin bei Birkenwerder und Oranienburg.

Die Universitätsbibliothek in Greifswald hat noch mehr Exemplare von Mode und Heim, diese lagen als Beilage in der Stralsundischen Zeitung.

Der Herausgeber ist John Henry Schwerin, Berlin, Friedrichstraße 48. Von ihm stammen auch die große und die kleine Modenwelt, Frauen-Fleiss, die Illustrirte Wäschezeitung und die Kindergarderobe.

Beim Durchblättern vielen mir die vielen Eislaufkleider auf, die mußten aus praktischen Gründen kürzer sein, nämlich fußfrei.

 

Eislaufen war um 1900 anscheinend sehr modern!

Historische Strick- und Stickmuster

Max Musterdieb ist immer auf der Suche nach alten Vorlagen im Internet und in Antiquariaten

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